Steinarchitektur in Schottland

Florian Graf - 2006

Von jeher faszinierten mich schottische Burgen und Schlösser durch ihre Plastizität und durhc die beeindruckende Macht ihrer massiven Mauern.

Kern ihrer Architektur sind die turmartigen Tower Houses, befestigte Wohnhäuser mit dicken, nur spärlichen Öffnungen durchbrochenen Mauern. Sie sollten Schutz bieten sowohl gegen winterliche Kälte als auch gegen Gefahren in politisch unruhiger Zeit. Pro Stockwerk enthielt der Wohnturm meist nur einen Raum, die Treppen und andere Nebenräume befanden sich oft in der massiven Mauer. Das kulturelle Leben spielte sich in der Main Hall ab. Hier befand sich die Feuerstelle, manchmal gross genug um ganze Kühe zu braten.

Oft wurde im Laufe der Zeit um- und angebaut. Das Renaissance-Schloss Drumlanrig besteht aus vier verbundenen Turmhäusern. Ein Turmhaus was auch die Basis für das von Robert Adam erbaute klassizistische Culzean Castle. Selbst im 20. Jahrhundert kann man bei Ch. R. Mackintosh den kargen Funktionalismus der alt-schottischen Architektur - hier allerdings kombiniert mit Jugenstil-Elementen - beobachten.

Französische Schlösser sind meistens auf eine Sichtachse hin entworfen - ihre Fassaden botenen das Bildhafte. Schottische Burggen sind skulpturale Gebilde - mann muss sie umgehen und erleben, um ihre Räumlichkeiten zu erfassen. Räumliche Skizzen aus Ton wären deshalb die geeignete Form gewesen, um Eindrücke zu vermitteln, sind aber leider auf Reisen wenig praktikabel.


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